Spuren im Schnee
16. August 2006 von Benson
Spuren im Schnee
‘Grau gefleckt ist ihr Fell. Zerbissen ihr Genick.
Trüb schauen ihre Augen.Von Jahren gebeugt ihr Rücken.
Frierend sucht sie einen Platz.Träumt von alter besserer Zeit.
Lebt von weg geworfnen Resten. Jeden Tag ist sie allein.
Niemand der sie sucht. Früher war es anders.
Heute ist nicht gestern. Ziellos streift sie durch die Nacht.
Leise fallen die Flöcken.
Wieder überlebt.
Ein Sieg über das Schicksal.
Suchend irrt sie umher.
Blinde Augen tränen krank.
Schön ist sie schon lang-
Schneekristralle in dem Fell-
nicht mehr.
Damals…denkt sie oft.
Bevor die Herren starben. Bevor die Kinder kamen.
Weggetreten aus dem Haus. Schlürfend tappst sie durch den Schnee.
Das rechte Bein lahmt hinterher.
Hoffent auf ein wenig Wärme. Ein Loch unter altem Gerümpel.
Zeitungsfetzen wehen im Wind.
Zusammen gekauert wartet sie. Eis gefriert an ihren Tatzen.
Müde schläft sie ein.
Verstummt das letzte Mauntzen.
Niemand der sie vermisst.
Draussen fällt der Schnee.
Verwischt ihre letzten Spuren.
Autor unbekannt

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