Dokumentarfilm im Kino: We fuck the World
28. April 2006 von Benson
Essen global: “We fuck the World”
Heute kostet Streusplitt mehr als der Weizen, den ein Bauer produziert. Täglich wird in Wien genausoviel Brot vernichtet, wie in Graz verbraucht wird. Berge von frischem Brot werden einfach weggekarrt und auf den Müll geworfen werden, nachts.
Der Dokumentarfilm “We feed the World – Essen global” ist keine leichte Kost aber sehenswert, er zeigt die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Globalisierung und auch die Verwantwortung der Verbraucher.
Zu sehen sind auch schon vergammelt wirkende Fische, die von den hochtechnisierten Tiefseeflotten der großen Reedereien generalstabsmäßig abgefischt werden.
Und da sind natürlich auch die Tausende von Hühnern, die innerhalb von nur acht Wochen vom Ei zum Essen werden. Hybridhühner werden die kleinen, künstlich ausgebrüteten Küken genannt, die von riesigen Maschinen vorsortiert und später im Akkord per Stromstoß getötet werden.
Jean Ziegler, Sonderberichterstatter der UN für das Recht auf Nahrung, bringt es auf den Punkt:
“Die Weltlandwirtschaft könnte ohne Problem zwölf Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet”!
“Es ist nichts in diesem Film, was außerhalb des legalen Rahmens ist. Es ist alles gesetzlich gedeckt.” sagt der Regisseur selbst. Das macht es noch schlimmer und es ist sicher nicht angenehm den Film zu sehen. In Österreich ist er bereits der erfolgreichste Dokumentarfilm des Landes und er wurde von fast 200.000 Menschen gesehen.
Vielleicht ist es jetzt endlich soweit, daß wir uns besinnen und einmal darüber nachdenken wo z.B. das Fleisch herkommt das wir essen. Wir sind Weltmeister, im Verdrängen. Wahrscheinlich muß ich mir die Bilder nochmal ansehen und den Wahnsinn auf mich wirken lassen um endlich wach zu werden.
Zumindest muß es doch möglich sein Bioprodukte zu kaufen, auf die regionale Herkunft zu achten und Saisonware zu bevorzugen. Also im Winter keine Zombie-Tomaten aus spanien zu verspeisen.
Das ist ein Anfang, aber eben nicht genug.

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